Pester Lloyd - esti kiadás, 1918. március (65. évfolyam, 51-76. szám)

1918-03-01 / 51. szám

UachrLchte«. dapest, 1. März. Nach tia-nu nun auch Pasics! Die letzten Illu­sionen öer lkanvöl'ker zerflottern, und die rauhe Wirk­lichkeit führt zur uunst zurück. Es war vorauszu- fchen, daß der Entschk'tz Rumäniens, sich mit einem FriedenLgesuch an die Mittelmächte zu wenden, seinen Einfluß auch' auf die. HaltunA Serbiens nicht verfehlen werde. Wo anu nichts mehr zu hoffen hat, kann auch Pasics sich der harten Notwendigkeit nicht verschließen, Len unabänderlichen Tatsachen Rechnung zu tragen. Die serbische Skusistina hat sich beeilt, Herrn Pasics dwse Ein­sicht .M erleichtern. Schon bei der Wahl ihres Präsidenten ist in ihr die Opposition, fünfzig Mann stark, aufmar­schiert, denen der Ministerpräsident,des Königs Peter eine Gefolgschaft von nicht mehr als'54 Stimmen ent- gegenzustellen hatte. Mit einer so winzigen Mehcheit fuhrt man ein Land, an dem ein^ so furchtbares Schicksal chich erfüllt hat, nicht weiter ins Verderben. Und Herr Pasics har den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden, hat begriffen, daß in dem Votum der Skupstina der Friedens­wille des um seine letzten Hoffnungen gebrachten Volkes zum Ausdruck komint. Er hat nicht gesäumt, unmittelbar nach diesem Abstimmungsergebnis den Rücktritt des Ge­samtkabinetts anzumelden. Dèr böse Geist, der das schwere Verhängnis über Serbien heraüfbeschworen, ist ein Opfer der Folgen seines verbrecherischen Wirkens^ geworden. Das serbische Volk ist zur Erkenntnis der Wirklichkeit erwacht. Es sieht sein Staatswesen zertrümmert, sein Gebiet von Len. siegreichen Heeren jener Großmächte be­setzt, gegen die es. sich als Werkzeug hat brauchen lasten, seine Armee bis auf einige .kümmerliche S^plitter ver­nichtet, und nun muß es auch noch erkennen, daß der russische hützer, auf den es^ alle Hoffnungen gesetzt, in der durch die Waffen-des Vierbundes über ihn ver­hängten Ohnmacht seine Rettung nur noch von einern Frirdensschluß erhofft. Nach dem- Zus-ammenbruch des gewaltigen Schirmherrn kann Serbien. unmöglich in seinem bisherigen Trotz verharren. Der Rücktritt .des 'Mimsteriüms ' Pasics erschließt' dem unglimlillM Volke die Möglichkeit der Abkehr von der verbrecherischen Politik, die ihm zum Verhängnis geworden. d genug wird sich zeigen, ob der Wille zu dieser Abkehr stark genug ist, um die Widerstände zu überwinden, an deren Anzette­lung es die Diplomatie der Entente sicherlich nicht wird fehlen lassen. . Die zweite Nachricht des Tages betrifft das von der Regieruttg Finnlands an das Deutsche Reich gerichtete amtliche Ansuchen um Hilfeleistung. Die russische Revolu­tion hat dem finnischen Volke eine schwere' Etttlâuschung gebrachl. Das Von ihren Führerm gepredigte Prinzip des Selbstbesrimnrungsrechtes der Völker ist Finnland gegen­über in einer Weise gehandhabt worden, die erkemren ließ, daß die russischen Kräfte, die den Sturz des Zaren­tums. herbeigeführt haben, in ihrem innersten Wesenskern sich doch nicht losringeii konnten vori den imperlalistischen N‍ungen, die so kennzeichnend für das autokratische Re­gime gewesen sind. Unter dem Regime Kerenski jvurde die Selbständigkeit Finnlands nur zum Schein anerkannt, in Wirklichkeit ward alles aufgeboten, um dieses Land später einmal, unter günstigeren Verhältnissen, wieder unter die frühere imäßigkeit zu-bringen. Noch schlim- tn-er gestalteten sich die Umstände, als die lschewiki die Macht an sich rissen. Unter dem Vorwande, daß die Maximalisten an der Newa ihrs Gesinnungsgenossen. in Finnland nicht im Stiche lassen dürfen, wurden Truppen der Roten Garde gegen Finnland, losgelasten, um den gerkrieg zu stützen, der das finnische Volk um seine junge Freiheit bringen soll. Unter den Frièdensbedingun- gen, die im deutschen Reichstage vom Staatssekretär von dem‍ussche mitgeteilt worden sind, findet sich auch die For­derung, daß Rußland das finnische Gebiet unverzüglich zu räumen, die Roten Garden von dort zurückzuzichen und die staatliche. Selbständigkeit Finnlands in aller Form anzuerkennen habe. Den Verhandlungen^zu st-Litowsk ist vom Deutschen Reiche eine dreitägige-Frist gesteckt, die am Montag abläuft. .Montag wird es.sich also enischeiden, ob das Hilfegesuch Finnlands noch aktuell bleibt oder nicht. Kommt der Friedensschluß zustande, so bedeutet er die soforüge Räumung Finnlands und den unverzüglichen Allzug der .Rotèn Garden. Im anderen -Falle würde Deutschland gewiß nicht, zaudern, aus seiner Stellungnahme für das finnische Völk, die sich aus seinen Friedensbedingungen ergibt, die praktischen Schluß­folgerungen zu ziehen. Ein kurzes Telegramm aus London meldet, lfour habe mit. dem japanischen tschafter beraten. Die Mel­dung ist augenscheinlich nicht ohne Absicht so kurz gefaßt. Ihre lakonische Wortkargheit soll offenbar suggestiv wirken. Es soll der Eindruck geweckt werden, daß -Japan noch als kräftiger Trumpf zur Verfügung stehe, und es soll dadurch-das stark schwa.nkend gewordene Selbstgefühl der Ententevölker wieder gekräftigt werdend In der fran­zösischen Oeffèntlichkèit spukt der Gedanke, Japan -zum Eingreifen auf dem europäischen Kriegsschauplätze zu bewegen, schon seit den ersten Monaten des Weltkrieges. Doch die gelben Verbündeten der Entente haben bisher nicht die Neigung gezeigt, sich zu solchem, immerhin nicht ungefährlichen Liebesdienst herzugeben. Regierungs­äußerungen im japanischen Parlament, die seit dem ­ginn der ersten st-Lltowsker Verhandlungen gefallen sind, mögen in Paris und London Re Zuversicht aus­lösen, daß die bisherige Sprödigkeit nunmehr nachlassen werde. In den Ländern des Vierbundes wird man sich durch solche Hoffnungsseligkert nicht beirren lasten. Japan hat sich als kluger Gesc^ftsmann erwiesen und wird vielleicht die schwierige Lage Rußlands nicht Vorbeigehen lasten ohne einen Versuch, aus der Konkursmasse des zer­fallenden Riesenreiches auch etwas für sich Herauszu­schlagen. Ein japanisches Vordringen nach den ostasiati­schen Gebieten, Re bisher Rußland gehörten, liegt mit- Rn im reiche der Möglichkeit. Wenn aber durch die Mächeleien zwischen our und dem japanischen ­schafter in London der Anschein geweckt werden soll, als ob Japan die Fähigk è i t habe, auf den europä i- s che n Kriegstheatern in irgend nennenswertem Maße ein­zugreifen, so kann Herr lfour sicher sein, daß der Vier­bund sich durch solchen ff nicht wird ins ckshorn jagen lassen. Die Entscheidung im europäischen Kriege wird an Orten fallen, zu denen es Japan nicht so nahe wie zu Kiautstzau hat, und Vorgänge im Stillen Ozean und in Lstasien werden sich in diesen Entscheidungskämpfen nicht fühlbar machen. . Paris, 1. März. Die Agence Havas meldet aus Korfu: In der Sitzung der Skupstina vom 27. Februar erhielt bei der Abstimmung für die Wahl zum Präsi­denten Regierung skandldat Gicka54 Stimmen, der Kandidat der Opposition 50 -Stimmen. Infolge der geringen Majorität von vier Stim­men. die die Regierung erlangt hat, gab Minister­präsident Paslc-s die D è mlskibn desGe- - famtkabinetts. . «, 1. Marz. Las Wol‍ff-ureau meDet: Wie wir erfahren, über­mittelten die hiesigen lmächtigten der finnischen Regierung ein offizielles Gesuch der finni- s ch en Reg ierung umjH.i Ife anLigd e uts ch e Regierung. èondon, Z8. Februar. (Reuter.) lfour beriet abends mit dem japa­nischen tschafter. Amtlicher Sericht unseres Genernlstnlres. Magyar Tudösitö meldet: Anrtlicher icht. Ausgegeben am 1. Marz. Westlich der nta scheiterte ein Vor­stoß der Italiener. Von Regierung und oh­nern immer wieder und in den jüngsten Tagen besonders ein­dringlich aufgerufen, sind gestern Truppen des .F eld.m ar s ch a lls m-Ermolli zu friedlicher In­te rventioninPodolien ein ge­rückt und haben die. LinieNowo- sielica — Chotin—Kameniec-Po- d o l s k i e r.r e i ch t. Die an den hnen .und wichtigm Straßen vordringenden Abteilungen haben den Auf­trag, in. den durchschrittenen Ge­bieten Ruhe undOrdnuug herzu­stellen unddie für die Einfuhr nötigen Handelswege zu sichern. er haben nahezu 10.000 Russen die Waffen gestreckt. ­trächtliche Mengen an Munition, Fuhrwerken und. rollendem Ma­terial wurden geborgen. Ehef des Generakstabes. Meldmtg der deutsche« Oderste« Heeresleitung. Ung. Tel.-Korr.-Bureau meldet aus Berki m Großes Hauptquartier. 1. März. Westlicher Kriekchschauplatz. Heeresqroppe Kronprinz Rnpprecht: Wrdlich von Poelkapelle scheiterte ein nächtlich nach starker Vorwirkung unternommener Vorstoß engli. scher Infanterie. An der übrigen Front lebte die Artillerie- tätigkeit vielfach in Verbindung mit kleinen Erkundungs- gefechten auf. Westlich von Lafère brachte eine Abtei- lung von einem Vorstoß über den Kanal einige Gefangene zurück. Ein feindlicher Luftangriff auf Kortri k verursacht-e erheblicheVerlusteunter derbelgi sch en lkerung. Heeresgruppe deutscher Kronprinz: Chavignon drangen Sturmtrupps in ditz feindlichen. Gräben und nahmen zehn Amerika, ner und einige Franzosen gefangen. In / / den frühen Morgenstunden lebte die Gefechtstätigkeit an / / /) einzelnen Abschnitten der ChampaWe auf. / < OestUcher Kriegsschauplatz. Längs der ukrainischen Nordgrenze mr Vordringen nach Osten haben unsere Tmppeu denDnjepr erreicht. Rje- kitcza stießen sie auf einen stark aus. gebauten und vom Feinde ver­teidigten nkopf. Stadt und nhof wurden im Sturm ge­nommen und einige hundert Ge- fangenegemacht. ' In Mosyr haben wir die Pripe!. flotte, sechs Panzerboote, 35 Mo­to rbpote und sechs Ruderboots, erbeutet. Bei Fastow und Kasatin wurde die Bahnlinie Kiew—Shmerinka er-- reicht. Den südwestlich vom Storo Konstan- tiwo wo im Kampfe gegen feindliche Ueber- macht stehenden polnischen Legionä­ren eilten deutscheTruppen zur ' Hllfe. Gemeinsam wurde der Feind geschlagen. Von der ukrainischen Regie. rung und der ölkerung zum Schutze gegen feindliche den gerufen, sind ö st erreich i s ch - unga- rische Truppen in breitem Ab- schnittnördlich vomPruthindie Ukraina eingerückt. Italienische Front. Zu beiden Seiten der nta war die Kampf­tätigkeit tagsüber gesteigert. Makedonische Front. Nichts Neues. . Der erste Generalquartiermeister Ludendorff. deutsche Uorwarsch. Lenin und Trotzkij. Gerüchte von ihrem Rücktritt. lT«legrirMM des Pester Lloyd.) Gens, 1. Marz. Der Petersburger Korrespondent des Petit Párisién verweist auf die merk würdige Hal- tung Trotzkljs, der sich während der kritischen Tage, in denen zu dem deutschen Ultimatum Stellung genom- mèn werden sollte, ganz im Hintergründe hielt und offenbar Re Gelegenheit abwartete, die-spätere Unzufriedenheit mit der Kapitulation der VolkskomMj- säre auszunützen und sich an Stelle Leninszu setzen, der jetzt der Führer der Friedenspartei ist. H rSk Sväspsstr mrt tSeUod svvrmLAsèrZKr- . . _____ ___________________________ . ____— ______________ ^sKâ­«isUosK fsrvszkLSrLiL« lvlLSti. WlM> I I UM MF MH Aio»v Llar-xevdlLtt r <-»o-jLkrlir 52 Lrollso, WM . kür OsstsrrvLsK «ü»» LâldjLIirrs Lü Lrovsv, visrtsll. 13 Lrvuso, - MW^ ^M ^M ^M ^M ^M ^M^ 8>MS r «.ouiett fiLLksoigsr/^-k^ 4.50 Lrovsrr. Lio« 4^beoâblLtt, ' W» W ^M M WM VoUvslls 9. - »Us 30 Lrooss, ksldf. 15 Xroavv, MW MW M Mi M ^M ^M ^M ^M M ^M âQsrisrtsa kruisrLtvvklrraLaU ln l^sstLv­^sttsiz. 7.50Lrovsll, woasrl. 2.60 LlrouW. im AvslâÄÄa üdvrsskmsL Äs sspLrsts Lllssnâuas üs« ^dsvâ-. WMWl HWHM mHWM H‍» W‍ M‍HH HlV WW»!^^ lcÜLürzkvvLss kUr üsn pvstar »rtss Lsed üsr krovivL sinci visrtsl- ? «M' —— Mrüvd 2 Lroosp LV svtriedtsL. ' LrLrVr»»r»ri»vr kÜr kllS»p»sè nvü Ute â M«» Ek â-â «erm. L»I<!-v»mI«. S0 «ÄI«-. rsnüartL visrisULdris r k'Lr l^klLilá UW U^^ 1» .MW W I MsLLkÄos vvâ l^ámtajAlrrUolír V.. ULri» Z4^,<Ar Lji«ÜbrigenLtsstsn28X. Xdomi». 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