Pester Lloyd - reggeli kiadás, 1919. július (66. évfolyam, 151-176. szám)

1919-07-01 / 151. szám

A« â Soldaten der Roten Armee! Die Rlüercgierung der Ungarländischen Sozralisti- ^chM Föderativen Räterepublik spricht zu Euch, Rote Äldaten! Wir sprechen zu Euch, die wir Euch zu den Waffen geruftn haben, als die Herrschaft der befteiten Arbeitenden, die Proletarierdiktatur, von der ersten Ge­fahr bedroht war. Wir sprechen zu Euch, die wir Euch im Namen der Weltrevolution und der Arbeitenden der Un­garländischen Sozialistischen Föderativen Rärerepublik an die Fromen berufen haben, aus deren Ruf Ihr vorgedmn- gen seid, auf deren Aufforderung hin in Eure Reihen die auf dem Proletariersellistbewußtsein beruhende eiserne Disziplin eingezogcn ist. Die Interessen des Prolcrariervaterlandes gebieten Euch inomentan nicht, vorwarrszugehen und Triumph auf. Triumph zu häufen. Das Proleiariervaterland fordert setzt noch ein größeres Opfer von Euch: es fordert, daß Ihr einen Teil der in siegreichen Schlachten besetzten Gebiete verlassen und auf anderes Gebiet übergehen sollt, das gegenwärtig die Räubertruppen der srumänischcn Bojaren besetzt halten. ' Von den Söldnerlruppen der tschechisch-slowakischen Iniperialistelr haben wir uns nicht zurückgezogen und ziehen wir uns auch nicht zurück. Wir werfen unsere Prole- rarierbrüder ihnen nicht freiwillig als Opfer ihrer Räuber- ^herrschaft, ihres airsbeutenden Systems hin. Nicht ihr Näuverappent, sondern die gesamte Macht der grvßieri Ausbeuter der Welt, der franzö- is i s ch e n, d L r e n g l i s ch e n, d e r a m e r i k a n i s ch e n lFinanztönige, A rb e i ter s ch ind cr und Bauernplünderer steht uns gegenüber. Vor dein Tode ihrer auâbeuterden Herrschaft bew'âr die Enteilte, benützeil die siegreicheir Mächte des Welrkrieges, die Zeit noch dazu, uns die SchliiM um dell .Hals zu legen. Uiil unsereil .Hals aus dieser Schlinge zu befteien und das Proleiariervaterland zu reiten, ziehen wir uirsere Truppen auf die Grenze zurück, die uns die irr die Welt !jich teilenden Räuber Iwzeichnet haben. Euer Kampf war dennoch nicht vergebens. Anstatt der bon den Tscyecho-Slotvaken besetztenWcbiete-erh äl t das Proleiariervalerland das um vieles fruchtbarere, rein voi: Magyaren be­lli o Hute und auchanFläche größereGebiet ,jenscil des Thci ß. das die R äub e r h ordcn der runlänischen Bojaren aus Befehl der .Ententeraumenmüsse n. Die Proletarierdiktatur, ^as Vatcrland^ der Arbeitenden, wird mlf diesem Gebiete leben. Wir wissen, der diktierte Friede ist kein Friede. Wir wissen, daß, sowie man den blutgierigelr Tiger vergebelch ^u bewegen versuchen nnirde, Gras zu kauen, wir ebenso vergebens von den räuberischen FinanMnigen, Fabrikan­ten, Bankiers und Erundbesitzenl ern arten wirrden, daß sie Ms ihre räuberischell Absichien verzichten. Wirwerden Die Waffe in der Händ behalten. Wir iol - g cil sie nicht a u s, wcil wir die Herrschaft der ArbeilcIIdcn, die P r o l e t a r i e r d i k t a - tur bis zu unserem letzten Tkopfen Blut, L i è z u u n s e r c iil l c tz t e n A t e m z u g v e r t e i d i- gen. Wir vc r zichtell auf keinen Fußbreit B o d cns, a u f d c m die Arbeitenden Unga­risch spreche n. Wir verzichten nicht und bereiten uns vor, einen neuen Schla-g jedem beizubrtngen, der unseren Brüdern das doppelte Joch, das der Ausbeutung und das der nationalen llnterdrückung auferlegen will. ' Die Zeit werden wir, wenn die Iiäuber uns in Ruhe lassen, dazil benützen, im Innern der Räte- republikdie Macht der Arbeitenden zu befestigen, die sozialistische, wirffchaftliche Organisa­tion auszul'auen, unser Ziel zu verwirklichen, daß nur derjenige essen soll, der arbeitet, um die Arbciterverwal- tung zu schaffen, eine gute, wohlfeile und ehrliche Ver­waltung und schließlich, um die Arbeitenden von jeder Drohne und von jedem Parasiten zu befteien. W ir wollen auf den Feld ern d ie land­wirtschaftliche Produktion in Schwung »»»-.«»»»»>!->> ____ __________________________ ______ ______ _______________________L» I» ZZMM vvvwv K L <1 LroLmi, ia«rlsls. A , 7.80 L«»»-». m«, M M «^oUr«ll» s. - â»<!l> »u« « Lro»«», Iwldj. 2l» «ro-UL, M M M M lo Oo»t«r> visrtslj. m Lroa«,, w«>o»a. 8.8» 8,«»«,. »j, üa Ilk»i>«lu»so r«, <Ii« «rp>r»ts <I« WDDD WWWWI IHHW Win WM WDUm WDH sSr I-sGtrr lÜRtt«« »Lod Ä«r krovio» s1»â kür LllüLpssk Üvü kür jâdrU-Ii L Lr-mso «i «»«ricLt»,. 0« > Uorxmidl»« gl» »ellor, Ui» Hfj»» »««d üMli »»nii. llâülMiüt. ____ ________.. .._____________. . LV »«ll«. kir 8», wl« üir-tt-r Lr-v-d«»,. . rk«,»»dl»«t»«kü«»v»d»dse««8» S»U«r. sv L, kür »II» lldrigen Sts,«,n »4 L âlxm- v â.M, VI âM â, â.« .»â ââ » —VI » i uu // . > X, > V»I«rI».»t«, IS. — »l»»»«Lripts »srü«ai» vvmenrs Msrâen »aed del sLmtttvkSN Lv». / Kviovm k'â LsrLelLeosreUt. — virkräo... t^irokkn postSmtsm «atesikevseoomlav». * vriefs rUodt »nesvonuavL.- ----------------------- 7!-, ............ ...........................................:'V ... > ! 66. Iahrga«-. HnLaprst, Dirnalas, 1. I«li 1919 / Ur. 131 — ' .................. bringen, auf den Feldern, von denen wir die Grund­herren vertrieben und die wir den arbeiterrden armen Bauern in die Hand gegeben haben. Wir schaffen die sozialistische Produktion, die die Güter nicht zum Nutzen einzelner, zur Vennehrung des arbeitslosen Einkommens produziert, sondern zur Beftiedigung aller Bedürfnisse von Stadt und Dorf. JndenStädtenfabrizie- r e n w i r M a s ch i n e n. Pflüge, Hauen, Schau - fel rr. Wir spinnen Wolle und weben siezu Stoffen und geben die nrit der .Handarbeit der städti­schen Arbeitenden erzeugten Produkte den Armen d^ Dorfes, damit sic die Arbeiter der Fabri­ken mit ihren lk eb or s ch ü sse n an Lebens­mitteln ernähren. Wir schaffen Ordnung im Lande, in dem die Flut der Revolution neben dem be­fruchtenden Schlamm auch viel Unrat mit sich gerissen hat. Wir verhelfen ehrlichen, anständigen, selbstlosen, für die Revolution lebenden, fiir die Wohlfahrt der arinen Leute zu Opfern bereiten Menschen zu Plätzen, auf denen sie die Ausbeutung Niederreißen und die schaffende Arbeit des Sozialismus verrichten. Mit dcrGcgenrevolution werden wir ab rech neu, wie auch mit jedem Versuch, der die Fabriken, die Bergwerke, Grund und Boden wieder den ausbeutenden Drohnen zukomnien lassen und erreichen will, daß der Arbeiter fiir andere schaffe, der Ackerbauer für andere ernte, damit die Arbeitslosen aus dem SHlveiß der Arbeitenden klingende Goldmünzen herauspressen. Eure Waffen, Euer revolutionäres SelbsrLclvußtsein und Eure Begeisterung sind ein Unterpfand dafür, daß die industrielle Llrbeiterschast und die armen Bauern der Ungarländischen Sozialistischen Föderativen Räterepublik diese die Ausbeulung niede.reißende, oëü Svzialiârnus aufbauende, schaffende Arbeit zu verricknen imstande sein werden. Die Bedingung h»GMv.ijj^ d pZ Ihr die Be­fehle betreffend -ckè DiellNngnähme au den neuen Grenzen und die Besetzung der von den RuINänenzu räumenden Gebiete mit selbstbewußter Disziplin ausführet. Lasset Euch durch keinerlei Schreckens­nachricht oder niedrige Aufwiegelung verleiten, die bei solchem Anlaß aufzu­kommen pflege n. .Habet volles Vertrauen und festen Glauben, daß die Ungarländische Sozialistische Föderative Räterepublik nur für Euch lebt. Gebet Lockw orten kein Gehör, welche Farbe auch der Mantel trage, in dem sie Euch zugerufen werden! Erinnert Euch, das; Ihr unter der trikoloren Fahne am meisten betrogen wurdet, sowohl damals, als man Euch den deutschen und den österreichischen imperialistischen Ritubern verkauft, als auch damals, als man Euch den französischen, italienischen, amerikanischen und englischen Baniiers ansgeliefert hat und Ungarn zerstückeln ließ. Höret nicht auf die weißen Banditen, bleibet treu der Roten Fahne der Revolution, der Fahne, di eaufderga uzen Welte ineunddieselbe Farbe hat und die binnen kurzem alle llntcrdrückten, alle Arbeiienden der !ganzen Welt in der Weltrevolution hoch­haltenwerden. Die Weltrevolirtion ist der Verbündete der für die Weltfreiheit kämpfenden Uirgarländischen Räterepublik, die sich durch diese Handlung, zur neuen Krästesammlung vorbereitet, um den Arbeitenden ein Vaterland zu schaffen, in dem die Macht nicht in den .Händen der .Herren, der Geistlichen, der Vèagnaten und der BaMers, sondern in denen der Arbeitenden ist. Die neue .^räftesammlung wird eine Reihe neuer Triumphe gegenüber jeder Gegemevolution der Welt sein, bis die Grenzen des Proletariervaterlandes soweit sein werden, daß in dieser Räterepublik neues Leben, neue Seligkeit und neuer Wohlstand zur Herrschaft gelangen. Es ledr die Uugariandische KoxialiKrsche Föderative Raterepvvttk: Es lebe die Aste Armee! Mder mit den UaLerdrAckerv! Es teste die ivternaLioimte Vrolelarierrevolrrtio»: Mit brüderlichem Gruß die RLLeregierüug der^ AttKarlKEscherr Soßiaüstilchm Foderativrrr MLLrepuvlik. K«-ap-st, 30. I««,. Der Friede der Rache, der Friede der Vergeltung Wtwde geschlossen und unterzeichnet. Der Friede der ge­quälten Seelen, der Friede der unglückseligen, der zer-, fahrenen Menschheit ist aber noch nicht gekommen. Das lebende-Gewissen der Gerechtigkeit, der Menschlichkeit er­hob seitle Stimme bereits in Versailles, und gab seiner Entrüstung über das Geschehene, seinen Befürchtungen wegen der kommenden Dinge beredten Ausdruck. Was General Smuts im Spiegelsaal von Versailles den Alliier­ten und Assoziierten ins Gesicht schleuderte, das lebt, machtvoll und wirkt ungeschwächt im Bewußtsein Mer Einsichtigen, nicht nur im Lager der Besiegten, sondern auch in den Völkern der Entente. Das Werk des Raubes ist aber noch immer nicht vollständig. Deutschland liegt stumpfsinnig, narkotisiert da; es wurde schon vom Opera­tionstisch entfernt, ist aber noch immer nicht zu voller Besinnung gekommen; es fühlt nur dumpf die entsetz­lichen Qualen der Verstmnmelung: seine grausam ver­krüppelten Glieder hat es sich noch nicht beim vollen Tageslicht angesehen. Schrecklich wird der Augenblick sein, wo es wieder seine Sinne zurückgcwinnt, wo es be­ginnen wird zu fühlen und zu verstehen, zu hören und zu sehen. Tie kaltherzigen Aerzte, die nicht mit der edlen Msicht des Heilens, sondern mit dem nrörderischen Ge- / danken des .Henkers gehaust und gewaltet haben, sehen / / / indes mit gleichgültiger Miene auf ihr Opfer; es ist 1 i, ihnen sicher. Das wird nicht so bald gesunden. Es kann v noch von Glück sprechen, iveim es überhaupt nicht ver­bluten wird. Der Operationstisch harrt aber schon des zweiten Opfer-s. Während der Zeremonie in Versailles hörte man' die Böllerschüsse und den .Kanon-endonner in Saint-(Äer- nmin. Dort kauern die Vertreter der Deutsch-Oesterrcichi-- sâjen Repikblik und warten, baß die Reihe an sie tomnie.^ Auch dieses neue Gebilde, ein armseliges Trümnicrfcld lNtf der Stätte der Großinacht, einst österreichisches Kaiser­reich geheißen, darf nicht auf Schonung hoffen. Die .Herren der Welt haben sich längst jedweder Sentimentali­tät entwöhnt; die sieüen Monate, die sic in Beratangeu^ über die Fltknnft der Welt verbracht haben, lehrten sie, mit Völkern wie mit leblosen Dingen, mit Menschen ivie mit .Kauf- und Tauschobjekten umzugehen. Und ivrrrde die Sache einem der Vier doch zu bunt, so kehrte er den feilschenden, unbarmherzigen, blutigen Kollegen den Nucken, so nne sich Wilson am 28. Juni gleich nach Unter­zeichnung pes Friedensvertrages rasch aus dein Staub gemacht hat. Sentimentalität würde indes gar nicht an der Stelle fein. Die Welt ift aus den Fugen, die inter nationalen Beziehungen bedürfen einer radikalen und baldigen Klärung, der Verkehr und Handel hat inr Laufe der fünf Kriegsjahre unaussprechlich viel gelitten. Auf- dein halben Wege kann und darf das Ordnen der Welt nicht stehen Llerben. Nach Oesterreich wird Ungarn vor das Tribunal gefordert, um mit der gleichen Härte ab­geurteilt zu werden. Die Entente hat das Heft in der^ Hand. Ihrem Diktat muß sich das kleine, arg mitgerwm- mene, wirtschaftlich heruntergâmmene Ungarn gehorsam fügen. Es wird von ihm Schreckliches gefordert. Doch nichts kmrn für dieses Volk grausamer sein als die Forderung, seine siegreichen Truppen vom Schauplatze ihrer Triumphe zurückzuziehen lurd das zurückerobcrtc Gebiet dem geschla­genen Feiistie kampflos zu überlassen. Das Manifest der Räteregierung an alle Soldaten der Roten Armee teilt diese Verfügung mit, die schweren Herzens getroffen wurde, iveil sie getroffen werden mußte. Die den Tschechen abgenommenen Gebiete werden evakuiert und die Truppen der Roten Armee auf ein anderes, gegen­wärtig von den Rumänen besetzt gehaltenes Gebiet kom- mandiert. Es ist nach den Ruhmestaten der Roten Arinee^ wohl überflüssig zu betonen, daß wir nicht den tschechisck)- slowakischen Söldnertruppen weichen, sondern der Uebcr-, macht der Entente, die in den gigantischen.Kämpfen dieses Weltkrieges sich den endgültigen Sieg errungen. Wir ver­lieren nichts, wir machen nur ein Tauschgeschäft, bei dem wir gar nicht schlecht abschneiden. Aber nichts kann unseren Schmerz darüber lindern, daß fvir durch .Kraft und Rechr,; durch Mannszucht und Heldenmut Erfochtenes aus den Händen gleiten sehen; und nie wird die Wunde verharschen, die der Verlust großer Gebiete, wo schon die rote Fahne; der Proletarierherrschaft geweht, unserem .Herzen schlägt.- Mit Tränen in den Airgen nehmen wir Abschied von den Vrüdem, die durch die Willkür unserer Feinde uns von'^ der Brust gerissen werden. Aber wir wenden nns zuver-^ stchtsvoll lvW zukunftsftoh den Gegenden zu, wo unseres Saat schon in die Halme schießt. Nnes werden wir von den: crbirterrsten unserer Feinde, dem französischen Bourgeois, lenlen. In Frank-- reichs Lager bekämpften und bekriegten sich die Jüsquau- boutisten und die Defaitisten. Es gab Schnitte in' diesem Kriege, wo man wirklich fragen mußte, aus wel­cher geheimeir Quelle sich die Ausdauer, das Selbver-^ trauen - derjenigen nährte, die den Krieg bis zum sieg-^ reisb^'' Ende fortznsetzert wünschten. Paris wurde be-

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