Pester Lloyd - reggeli kiadás, 1936. január (83. évfolyam, 1-25. szám)

1936-01-01 / 1. szám

Mittwoch, 1. Januar 1936 PESTER LLOYD leistungspakte im alleemeinen, an dem deutschen und dem polnischen Widerstand gegen den geplan­ten Ostpakt im besonderen und an den mannig­fachen. deutschen, jugoslawischen, ungarischen und österreichischen. Widerständen gegen den geplanten Donaupakt. Und im Geiste der Eingeweihten warf schon das Problem Abessinien seinen Schatten voraus... Was nützte es unter solchen Umständen, daß die Konferenz von Stresa am Ul. April das Programm von London im großen und ganzen bestätigte und die deutsche Aufrüstung in salbungsvollen Ausdrücken verurteilte? Der Völkerbundrat, der nach drei Tagen sich gleichfalls mit dem Bruch des Vertrags von Ver­sailles befaßte, ging mit einem grauen, akademischen Mißbilligungsbeschluß über die deutschen Wehr­gesetze zur Tagesordnung über und von Genf konnte die Hitler-Jugend mit Recht singen: „Auf dem Dache sitzt ein Greis, der sich nicht zu helfen weiß .. In den folgenden sechs Wochen steigerte sich die europäische Verwirrung noch mehr. Mussolini begann — nachdem die Brennergrenze durch Trup­penkonzentrationen und gleichzeitiger Entlastung der französisch-italienischen Grenze auf Grund vor­hergehender Generalstabsbesprechungen befestigt war — mit großzügigen Truppenverschiifungen nach Ostafrika. Inzwischen wurde das Scheitern des Ostpakts durch die nunmehr offiziellen Absagen Deutschlands und Polens unzweifelhaft. Laval fuhr Anfang Mai nach Warschau und Moskau und schloß den französisch-russischen gegenseitigen Hilfe- leistimgsvertrag auf Grund des Völkerbundpaktes ab, dem auch der Abschluß eines analogen Vertrags zwischen Rußland und der Tschecho-Slowakei an­läßlich einer Moskaufahrt Benes’ folgte. Der Ersatz für den Ostpakt war geschaffen, ein solcher für den Donaupakt konnte nicht gefunden werden. Am 21. Mai hält Hitler vor dem Deutschen Reichstag eine große Rede, in der er in dreizehn Punkten die außen­politischen Forderungen Deutschlands, mit einer offensichtlichen Anlehnung an die englische Politik umreißt. Sein Angebot, ein Flottenabkoinmen mit England abschließen zu wollen, wird von England günstig aufgenommen. Die englische Politik begrün­dete dies mit der Absicht, Deutschland in den Völ­kerbund zurückholen zu wollen. Ende Mai kam in der Tat das deutsch-englische Flottenabkoinmen zu­stande, das die deutsche Gesamttonnage in den näch­sten fünf Jahren auf 35 Prozent der englischen be­grenzte. Die deutsch-englische Sonderpolitik wirkte auf Frankreich wie ein Keulenschlag. Ein Sturm der Entrüstung brauste durch die französische Presse. Das englische Kabinett wurde nachdenklich: An­thony Eden wurde schleunigst nach Paris und Rom entsandt, um die erregten Gemüter zu beschwich­tigen. Abessinisches Intermezzo Nr. 2: das Zeila-Angebot. Bis zur Edenreise nach Rom wollte Europa nicht recht an den Ernst des abesslnischen Fragen­komplexes glauben. Man kannte den afrikanischen Kuhhandel Frankreichs und die französische For­mel: „un peu de sable plus ou moins...“ Nach der Aussprache Edens mit Mussolini wurde indessen die Sprache der englischen Presse ernst. Man wit­terte bereits Sturm. Bis zum 25. Mai, der ersten Sitzung des Völkerbundrats, die sich mit dem abes- sinischen Konflikt befaßte, wußte man nur in den Staatskanzleien der europäischen Hauptmächte um die Bedeutung, die der Zwischenfall von Ual-Ual vom 4. Dezember für die große Politik Europas ha­ben könnte. Man wußte darum, aber man wollte daran nicht so richtig glauben. Die abessimische Re­gierung bestürmte zwar den Völkerfoundrat mit Telegrammen (14. Dezember 1934, 11. Januar, An­rufung Artikel 11 des Pakts, 17. März Anrufung Artikel 15, 13. Mai, 20. Juni, 4. Juli an die U. S. A-), aber nachdem am 14. April, während der Konferenz von Stresa, die italienische Regierung schließlich ihre Einwilligung zur Einleitung des Vergleichsver­fahrens gab, glaubte man doch, daß es sich nur um die Verteidigung des italienischen Prestiges in den Kolonien gehandelt hatte. Die Ratssitzung vom 25. Mai setzte jedoch angesichts der andauernden und beschleunigten Truppen Verschiffungen nach Ostafri'ka und der Gegensätze innerhalb der Ver­gleichskommission dem Vergleichsverfahren einen Tennin, den 25. Juli, und wenn es zur Ernennung eines Schiedsrichters kommen sollte, den 25. August. Obwohl die Tagung der Vergleichskommission für den 25. Juni in Scheveningen festgesetzt war, sah sich die englische Regierung nunmehr zur Unter­breitung eines offiziellen Angebots veranlaßt und anläßlich des Besuchs Edens in Rom am 24. und 25. Juni wurde dieses auch Mussolini mitgeteilt. Das Wesen des Angebote bestand in der Überlas­sung Ogadens an Italien, wohingegen Großbritan­nien den britischen Hafen Zeila mit dean dazugehö­renden Korridor über Britisch-Somaliland Abessi­nien überlassen hätte. Gleichzeitig sollten Italien weitgehende Wirtschaftsikonzessionen in Abessinien angeboten werden. Was sich im Palazzo di Venezia bei diesem Gespräch zwischen dem Duce und Eden abgespielt hat, wissen wir noch nicht. Doch ist an­zunehmen, daß dieses Intermezzo Nr. 2 einen we­sentlichen Einfluß auf die Gestaltung der späteren Ereignisse hatte. Wenn es zwischen der Diplomatie der beiden Großmächte zu einer Kette verhängnis­voller Mißverständnisse gekommen ist, so nahmen diese von der brüsken Ablehnung des Zeila-Ange- bots ihren Ausgang. Die abwartende und schwan­kende Haltung Englands bis zur Mitte des Jahres und die schroffe Ablehnung des ersten englischen Angebots durch Italien haben der Periode der beiderseitigen Illusionen ein Ende bereitet, der Pe­riode, in der beide Parteien voneinander annahmen, daß die andere mit ihrer abessinischen Politik es nicht so ernst meine, wie sie es vorgibt. Seit den ersten kriegerischen Reden Mussolinis, Ende Mai („lieber leben wir einen Tag als Löwen, denn hun­dert Jahre als Schafe“), seit der Ablehnung des Zeila-Angebots und seit dein Scheitern des Ver­gleichsverfahrens in Scheveningen (9. Juli) began­nen sich vor der Welt die Umrisse eines englisch­italienischen Konflikts im Zusammenhang mit der abessinischen Frage zu entfalten. Abessinisches Intermezzo Nr. 3: Schieds­verfahren und Anklageverfahren. — Abbruch in Paris. Nachdem das Vergleichsverfahren gescheitert war, mußte sich der Völkerbundrat in seiner Sitzung vom 31. Juli bis zum 3. August wieder mit der abes­sinischen Frage beschäftigen. Italien stand bereits in voller Kriegsstimmung, die englische Presse attak- kierte Mussolini täglich und die englische Opposition forderte die Sperrung des Suezkanals. Italien bestritt die Kompetenz des Völkerbundrats in der „unter­geordneten Kolonialaffäre“. Nach zähen und lang­wierigen Verhandlungen, in denen die italienische UMOT Mi is boldog újévet kívánunk összes vevőinknek- és jóakaróinknak és szívesen mutatjuk be a fenti készülékeket. MORVÁI RÁDIÓ Budapet, VII., .n Erzsébet-karut4Ua Tel. 34»3*64. Delegation unaufhörlich aufs Telephon angewiesen war, kam schließlich das Kompromiß zustande. Zwei Ratsbeschlüsse sahen die Fortsetzung und Beendi­gung des Vergleichs-, bzw. Schiedsverfahrens und die sofortige Ernennung des fünften Schiedsrichters vor und setzten dafür einen neuen Tennin: den 4. Dezember, an welchem Tage der Rat unter allen Um­ständen die gesamte Frage neuerlich prüfen sollte. Eine Dreimächteresolution Italiens, Frankreichs und Englands als Signatarmächte des Vertrags von 1906 vereinbarte eine Konferenz, die am lö. August in Paris stattfinden sollte. Drei Tage später war Politis als fünfter Schiedsrichter ernannt. Ein neuer Hoff­nungsstrahl des Kompromisses erschien am Horizont. In der Pariser Konferenz unterbreiteten Frank­reich und England das zweite meritorische Friedens­angebot nunmehr gemeinsam an Mussolini. Italien trat noch mit seinen Forderungen offiziell nicht her­vor und Aloisi hatte keine genauen Instruktionen, auf welcher Grundlage er hätte verhandeln können. Die Mächte unterbreiteten daher ihr Angebot am 16. August: bedeutende ökonomische Möglichkeiten an Italien in Abessinien, Garantien für die Sicherheit der italienischen Kolonien gegen etwaige abessinische Angriffe, Völkerbundhilfe für Abessinien auf Grund eines Viermächtevertrags der interessierten Mächte. Dieses Angebot wurde von drei Vorbedingungen: der Wahrung der territorialen Integrität Abessiniens, der von Helios am Horizont erschienen, war der sinnen­befriedigte Poseidon schon fern. Um diese Zeit landeten auch Theophanes und seine Genossen an den rebenreichen Gestaden der Magna Gräcia. Sie erreichten die Stadt Catania am Fuße des rauchenden Ätna. Der Schiffspatron be­wirtete sie in seinem Hause aufs reichlichste. Unterdes ruhten auf dem weltfernen, den Menschen unbekannten Eiland in einem Hain von Ölbäumen und Zypres en auf weichem Rasen die Liebesgöttin und der schöne Jüngling neben ein­ander. Aphrodite heischte von Zerbal Liebe als Erkenntlichkeit für seine Rettung, und sie lehrte ihn diese Liebe auch kennen. Die Meerestöcher aber, die Nereiden, deren es so zahlreiche gibt und die alles in Erfahrung brin­gen, versammelten sich an dem Gestade der Insel und besprachen schwatzend das außerordentliche Ereignis: daß eine Göttin der Liebe pflog mit einem gewöhnlichen Sterblichen. Und der Reihe nach fielen die hämischen und höhnischen Bemerk ungen: — Aphrodite, die Schönheitskönigin ... —• Sie hintargeht ihren Gatten ... —• Noch dazu mit keinem unsterblichen Gott... — Sondern mit einem gewöhnlichen Menschen­kind .. * — Laßt uns ihrem Gatten rasch Kunde davon igeben... — Damit er die Schuldige strafe... Und mit Windeseile überquerten die Nereiden die Wasser und nahmen Richtung nach Magna Gräcia, wo Hephaistos, Aphroditens Gatte, auf dem Grunde des feuerspeienden Ätna hauste. An der Küste blieben sie jedoch stehen und be­ratschlagten, auf welche Art sie den Gott des Feuers von dem Geschehnis benachrichtigen könnten. Denn die Meerestöchter betreten das Festland ungern, noch ■weniger wagen sie es, sich in den Schlund des Vul­kans hinabzulassen. Zu ihrem Glück ringelte sich im Gelände des Ätna in der warmen Lava ein Gigant, dessen Leib in einem Drachenschwanz endete. Solch Gezücht stiftet gern Unheil und Zwietracht zwischen den Göttern. Dem Giganten ahnte, als er die Nereiden erblickte, daß sich auch jetzt eine solche Gelegenheit böte.. Er verwandelte sich flugs in einen beinlosen Bettler, um sich unauffällig am Meeresstrand umher- wälzen zu können. Dort erzählten ihm die Nereiden, was sie Hephaistos sagen wollten, und der Gigant, der von der Brut jener war, die vor nichts zurück­schrecken, machte sich sofort auf den Weg zum Kra­ter, um dem göttlichen Schmied die Nachricht zu überbringen. Tief unten im Ätna, im glühenden Erdinnere loderten in einem hochgewölbten Saal Riesenfeuer unter erzschmelzenden Becken. Dort arbeiteten er­schreckliche einäugige Riesen, die Kyklopen, inmit­ten der für Menschen untragbaren Hitze, unter Ge­dröhn, Geklinge und Gehämmer. Es waren die Don­nerkeile des Zeus, die da geschmiedet wurden. Hier war dar Aufenthalt des häßlichen, rot­haarigen und lahmen Hephaistos, des Gottes des Feuers, Schmiedes und Goldschmiedes der Götter. Alts sich der Gigant vor ihn hinschlängelte und die Nachricht der Nereiden überbrachte, ließ er ein sol­ches donnerhallendes Gebrüll vernehmen, daß die Menschen oben vermeinten, im Schoße des Ätna rege sich das Feuer. Hephaistos ließ den Giganten auf der Stelle fesseln, damit er nicht entweiche, dann sandte er seinen treuesten Gesellen, in dichten Dampf ge­hüllt, an die Oberwelt, damit er sich überzeuge, ob der Gigant nicht gelogen habe. Die Kyklopen sind wohl nur einäugig, mit diej sem einen Auge aber sahen sie ferner, als die Men­schen mit zweien. Der emporgesandte Kyklop blickte Corvin áruház r.-t. • 3 • mm Boldog újévet kivárnak ^•^•■Vevőünknek ! Hálás köszünetünket fejezzük ki eddigi bizalmukért, melyet a jövében te igyek~ szünk ki érdemelni.

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