Pester Lloyd - esti kiadás, 1933. január (80. évfolyam, 1-25. szám)

1933-01-02 / 1. szám

PREIS DES ABENDBLATTES im Einzelverkauf 10 HELLER A t>o u ii eme nt; Für Budapest: mit .äglich zweimaliger Zustellung und für das Inland Morgen- und Abendblatt: Vierteljährlich 18 F, monatlich 6.40 P. Für das Morgenblatt allein vierteljährlich II P, monatlich 4 P. Für das Abendblatt allein vierteljährlich b P, monatlich 3 P. Für die separate Zusendung des Abend­blattes nach der Provinz ist viertel* jährlich 1 Pengő zu entrichten. Für Wien auch durch Herrn. Goldsohmid Für das Ausland mit direkter Kreuzband­sendung vierteljährlich: Für Oesterreioh und Polen 20 Pengő, für alle übrigen Staaten üo Pengő. Abonnements werden auch bei sämtlichen ausländischen Post­ämtern entgegengenommen. Manuskripte werden nicht zurückgestellt. Telephon der Redaktion: 848-20. PESTER LLOYD íTSfáQ ABENDBLATT 80. Jahrgang. Budapest, Montag, 2. Januar 193? Nr. 1 Scharfes Dementi Mussolinis Hegen die ihm zngeschrie­benen Äusserungen in der ungarischen KOnigsfrage. Die königlich italienische Gesandtschaft in Budapest teilt uns folgendes mit: Se. Exzellenz der Chef der königlici a- licnischcn Regierung dementiert mit größter Entschiedenheit die ihn betreffenden Behaup­tungen in den in einigen Blättern besprochenen Rákosi-Meinoiren hinsichtlich der eventuellen Besetzung des ungarischen Thrones. Dieses Dementi bezieht sich auf eine Mitteilung In dem jüngst veröffentlichten Buche Dr. Josef Schillers, des vieljährigen Privatsekretärs Eugen Räkosis, wonach Mussolini im Oktober 1928 im Ver­laufe seiner Unterhaltung mit Eugen Rákosi die Frage des letzteren, oh er die Kandidatur Lord Rothermeres für den ungarischen Königsthron mit Sympathien aufnehmen und behandeln würde, mit einem entschiedenen Ja beantwortet hätte. Wir selbst haben an diese Mitteilung Dr. Josef Schillers stärkste Zweifel geknüpft, weil Schiller' eine diesfällige eigenhändige Aufzeichnung Rákosis nicht zu produzieren vermochte, sondern lediglich I behauptet, daß diese Darstellung ihm von Rákosi auf I der Eisenbahnfahrt s on Rom nach Paris diktiert worden wäre. Mithin war von vornherein die Skepsis gerechtfertigt, ob in Schillers Aufzeichnungen der angeblich von Rákosi diktierte Tatbestand wort- und sinngetreu wiedergegeben war. Mit der Äußerung dieses Zweifels haben wir bloß deshalb zugewartet, weil es die internationale Schicklichkeit erforderte, das erste Wort in dieser Sache dem ialienischen Regierungschef zu überlassen. Nun hat der Duce mit unmißverständlicher Klarheit gesprochen, und nichts kann selbstverständlicher sein, als daß einzig und unbedingt sein Dementi Glauben verdient. In diesem Zusammenhänge sei auch noch daran erinnert, daß Lord Rothernxere vor nicht langer Zeit einen Artikel veröffentlichte, worin er mitteilte, daß einzelne ungarische Persönlichkeiten ihm die ungari­sche Königskrone angeboten haben, er aber diese irmutung mit aller Entschiedenheit abgelehnt habe. Damit ist das Dementi Mussolinis, obzwar es keiner Bestätigung bedarf, auch von seiten Lord Rothermeres bekräftigt. Jeden V/ag erscheint es sicherer, daß die bereits beängstigende Dimensionen annehmende Wirt­schaftskrise einzig durch die aufrichtige und ener­gise} Zusammenarbeit aller Völker, durch die wechselseitige Angleichung ihrer Interessen besiegt werden kann. Die auf wechselseitigem Vertrauen be­ruhende Zusammenarbeit ist die unerläßliche Vor- bedingung für die Lösung der großen Aufgaben des kommende*1 Jahrs. a Es ist von Belang, daß alle diejenigen, die sich in die Vera ff*worth bkeit der Macht teilen, ihren guten Willen andauernd bezeugen, denn nur durch solche Haltung können sie die Ausgleichung der gegenseitigen Inten ^ai fördern, von der das Schick­sal der Menschheit abhängt. Ungarn ist gern bereit, an der Verwirklichung alles dessen mitzuwirken was geeignet ist, die Übel­stände der Welt zu mild , n und bloß in der berech­tigten Verteidigung seiner "igenen Sicherheit wird seine Zusammenarbeit ihre Grenzen haben. Zuver­sichtsvoll hofft das ungarische Volk, daß die auf diu erwähnte Arbeit abzielenden 1 'Strebungen von Er­folg begleitet sein werden. Indem ich Ew. Exzellenz bitte, meine aufrich­tigsten guten Wünsche für Sie selb , wie für die Mitglieder des diplomatischen Korps zv g< n .: 'gen, ersuche ich die hier versammelten Herren Misst j» leiter, den Herrschern und Staatsoberhäuptern, deren Vertreter sie sind, meine aufrichtigsten gutes. Wünsche verdolmetschen zu wollen. Nach dieser Rede trat der Reiohsverweser zuci an den Nunzius heran, mit dem er sich einige Minuten unter hielt, dann beehrte er jeden Einzelnen der Anwesenden mit einer Ansprache. In der Suite des Reichsverwesers befanden sich von seiten der Regierung Außenminister Dr. Andreas Puky, ferner der Oh cf der Kabinettskanzlei Dr. Alexander Vértessy, der Chef der Militärkanzlei General Josef Som- kuthy und der dienstführende Flügelädjutant. Vro der Aufwartung des diplomatischen Korps empfing der Reichsverweser die Präsidenten der beiden Häuser des Reichstages, die Vertreter der Honvédarmce, des Maria Theresienordens und des Ilcldrnnrdens, sowie eine Abordnung der Hauptstadt unter Führung des Ober­bürgermeisters. Um 1 Uhr mittags sprachen beim Reichsverweser im Namen der reformierten Kirche der Geheime Rat Karl Németiig und Bischof Ladislaus Ravasz vor. Zum Jahres­wechsel hat der deutsche Reichspräsident, Generalfeld' marschall Hindenburg, den ungarischen Reichsverwesef mit folgendem Telegramm begrüßt: „Zum Jahreswechsel sende ich Ew. Durchlaucht mit altem kameradschaftlichem Gefühl meine innigsten Glück­wünsche und bitte Sie, diese Gefühle auch vor dem ungarischen Volke verdolmetschen zu wollen.“ Begrüöungsdepeschen kamen noch vom König von Italien Viktor Emanuel, vom norwegischen König Haakon, dem Bulgarenzar Boris, dem österreichischen Bundes­präsident Miklós, dem Präsidenten der Republik Polen Moscicki, dem Großmeister des Malleser-Ritterordens aus Rom, im Namen der ungarischen Association des Malteserordens, vom Erzherzog Josef, überdies in sehr großer Anzahl von ausländischen und inländischen Per­sönlichkeiten, von Koniitaten, Körperschaften und Privat­personen. * Reichsverweser Nikolaus v. Horthy empfing gestern vormittag nach viertel 12 Uhr eine Abordnung der Haupt­stadt, die unter Führung des Oberbürgermeisters Dr. v. Huszár und des Bürgermeisters Dr. Sipocz erschienen war, um dem Staatsoberhaupt die Neujahrswünsche des hauptstädtischen Munizipiums zu verdolmetschen. Mitglie­der der Abordnung waren: die Vizebürgermeister Liber und Borvendég, die Stadtrepräsentanten Bare.zg-Barczen, Dr. Botzenhardt, Dr. Csilléry, Dr. Gaär, Dr. Hanasicvvitz, v. Hann, Dr. Harrer, Dr. Lázár. Petrovácz und Dr. Pompéry. Oberbürgermeister Dr. v. Huszár richtete eine kurze Begrüßungsansprache an den Reichsverweser, der iiir die Begrüßung dankte und dann mit den Mitgliedern der Abordnung konversierte, wobei er lebhaftes Interesse für die aktuellen Probleme der Kommune Budapest an den Tag legte. Nach der Audienz beim Reichsverweser machten der Oberbürgermeister, der Bürgermeister und die Vize- bürgemieister beim Ministerpräsidenten Gömbös ihre Aufwartung und brachten ihm im Namen der Hauptstadl ihre Neujahrswiinsche dar. Oberbürgermeister Dr. v. Huszár wurde gestern aus Anlaß der Jahreswende von zahlreichen Abordnungen beglückwünscht. Zunächst erschienen Bürgermeister Dr. Sipöcz und die Ixfiden Vizebürgermeister bei Dr. v. Hu­szár. der, auf die Begrüßungsansprache Dr. Sipöcz’ ani- worlend, erklärte, er wünsche stets in vollster Harmonie mit der Leitung der Hauptstadt zusammenzuwirken. Das politische Neujahr. Budapest, 2. Januar. Die üblichen Kundgebungen von Staatsober­häuptern aus Anlaß des Jahreswechsels haben dies­mal wenig Neues gebracht; zumeist betonten sie die Notwendigkeit der einträchtigen Bekämpfung der politischen und wirtschaftlichen Krise, von der nun­mehr alle Nationen heinigesucht sind, und das inter­nationale Solidaritätsbedürfnis, von dem allein die Wiederkehr normaler Verhältnisse erwartet werden darf. Daß diese Einsicht nunmehr allenthalben Raum gewinnt, ist der einzige Lichtblick in der düsteren Weltlage und im Interesse der ganzen Menschheit muß man nur wünschen, daß diese Ein­sicht sich allenthalben in verstärktem Maße durch­setzen und die Lenker der Schicksale der Völker zu angemessener Handlungsweise inspirieren möge. Nachstehend lassen wir die Berichte über das politische Neujahr folgen: Im Inlantle, Das in Budapest akkreditierte diplomatische Korps machte auch an diesem Neujahrstage beim Staatsober­haupt Ungarns seine Aufwartung, um dem Reichsverweser die eigenen Glückwünsche und die der Staatsoberhäupter zum Ausdruck zu bringen. Zu Ehren der Diplomaten war im großen Hofe den Königsburg eine Ehrenkompagnie aufgestellt, die dea päpstlichen Nunzius, als den Doyen des diplomatische a Korps, mit der üblichen Ehrenbezeugung begrüßte. Um halb 12 Uhr richtete der Nunzius, an der Spitze der in Halbkreis auf gestellten Diplomaten, die folgende Ansprache an den Reichsverweser: Ew. Durchlaucht Herr Reichsverweser! Am Neujahrstage erscheinen die Mitglieder des diplo­matischen Korps sor Ew. Durchlaucht. Mit Freuden entbieten sie mit meiner Vermittlung im Namen ihrer Souveräne und Staatsoberhäupter, wie auch in ihrem eigenen Namen den aufrichtigsten und innigsten Wunsch für das Glück und Gedeihen Ungarns. Gleichzeitig überkommt mich aber auch ein gewis­ses Gefühl der Traurigkeit, indem ich unser aller Ge­danken verdolmetsche. Das scheidende Jahr hat nämlich die Schwierigkeiten nicht überwunden, die zu dessen Beginn den Nationen und ihren Regierungen so viel Sorge bereitet hatten. Die Wirtschaftskrise hat leider noch mehr um sich gegriffen und sich noch mehr ver­tieft. Nunmehr bedrängt sie bereits alle Nationen, alle Gesellschaftsklassen, insebsondere diejenigen Volks­schichten, deren Angehörige sich nicht durch ständige Ariiéit ihr Brot verdienen. Das Dauerhaftwerden dieser verheerenden Weltkrise läßt auch die sittliche Weltord- nung nicht unberührt und vergebens ist die Hoffnung, daß eine vereinzelte Nation das Heilmittel gegen die Übclstände zu finden vermöchte. Dennoch soll die schmerzliche Wirklichkeit uns uic-lil um unser Selbstvertrauen bringen, obzwar wir keine rasche Lösung erwarten dürfen, halten uns doch einzelne Lichtschimmer die Gefahr eines übertriebenen Pessimismus fern. Uns allen flößt der Ernst der Krise Kraft ein. Besonders haben wir än diejenigen zu denken, die da leiden. Alle Welt, sieht ein, daß wir zur Abwen­dung der gemeinsamen Gefahr unsere Kräfte zaisammen- fassen müssen kn Interesse der moralischen und gesell­schaftlichen Ordnung. Die Solidarität unter den Natio­nen wird son Tag zu Tag notwendiger und so viel edles Streben kann nicht ergebnislos bleiben. Auf diesem schwierigen Wege werden diejenigen die Hindernisse überwinden, die über reichliche moralische Kraftreserven verfügen. Und in dieser Hinsicht ist die Vergangenheit Ungarns eine sichere Gewähr seiner Zu­kunft. Das ungarische Volk darf zur Überwindung der Hindernisse Kraft schöpfen aus seiner tiefen Religiosität, seiner heißen Vaterlandsliebe, seiner sicheren Ruhe, Ge­duld und seinem Streben nach Einheitlichkeit. Es ist beruhigend, daß der Mann, der gegenwärtig das Land mit so viel Autorität und Energie regiert, mit vollem Vertra-.cn sich, diese Tugenden anrufend, an die unga­rische Nation wenden konnte. Gottes Segen flehe ich herab auf die mutigen Be­strebungen Ew. Durchlaucht und Ihrer Regierung. Möge Gott allen, die das Schicksal der Nationen in ihren Hän­den halten, Weisheit und Voraussicht verleihen, auf daß sie die Brüderlichkeit der Völker und das zur Verwirk­lichung des Friedens unerläßliche Zusammenwirken zu­standebringen, das die erste Vorbedingung des wirt­schaftlichen Gleichgewichts und Gedeihens ist. Dies wünschend, bitte ich Ew. Durchlaucht, unsere in unser aller Namen zum Ausdruck gebrachten aufrich­tigen und warmen Wünsche für Ihr persönliches Wohl­ergehen genehmigen zu wollen. Die Antwort des Reichsverwesers lautete wie folgt: Herr Apostolischer Nunzius! Mit aufrichtiger Freude empfange ich am ersten Tage des neuen Jahres die Mitglieder des bei meiner Person akkreditierten diplomatischen Korps und mit aufrichtiger Freude vernahm ich die guten Wünsche, die Sie im Wege Ihres Doyens mir und der ganzen ungarischen Nation zu entbieten die Güte hatten. Heute sind diese guten Wünsche noch viel höher als sonst einzuschätzen, denn das verflossene Jahr hat für zahlreiche Länder grausame Prüfun­gen, schwere Opfer bedeutet. Die ganze Welt lebt in Besorgnis und in einer auf uns allen lastenden Unsicherheit des morgigen Tages. Man sieht das Übel, kennt auch das Heil­verfahren, doch gehen die Ansichten über die an­zuwendenden Heilmittel noch auseinander. Da das Ringen der Nationen die Leidenschaf len der Menschen widerspiegelt, hat das Gefühl des Aufeinandergewie- senseins und der Zusammengehörigkeit die Übel noch nicht überwunden und wahrlich viel ist noch zu tun im Bereiche der moralischen Vervollkomm­nung, ehe wir an die Grundlegung einer harmoni­schen internationalen Ordnung denken könnten. j ,iseratenautnaö me: „„«„.-CSt in der Administration des P ste? V'* *' 1 m"1 irt dcn ,Annonecn- Bureau ; ,3aloqh Sándor, ZBIooknsr. J.BI»«, ni '! ri-ru loset Crdos, Gyórl &. Mmr, ítaríány? da iensteln Í Vogler, Cornel !u|iu, Leopolo, Magy. hirdeti- Leopo.w; -idolf A.-U., Julius Tenser, !? für Oester . ^ wollzcile IR ... Itner ttir Budapest und ffiftgS“” XrnwWattanWhr V,tr JLC u.ul Sonntagen tea ei' dev — FBf .-iler, Abendt t-eni • Oes.erreich: Moren XÍI 30 Gr., an nd .-endblatt 30 Or. ' 'aktit; ... raáriiValória-uccaJ'l. Teiephi er Adm, ’stration: 849-09.

Next

/
Thumbnails
Contents